„Dieser Rekord stellt ein starkes Signal für die Zukunft unserer Justiz dar“, sagt Meißner. „Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel ist das eine wichtige und ermutigende Entwicklung. Viele erfahrene Mitarbeiter werden in den kommenden Jahren aus dem Dienst ausscheiden. Wir brauchen deshalb engagierten und qualifizierten Nachwuchs, der Verantwortung übernimmt und unseren Rechtsstaat mitgestaltet.“
Die neuen Referendare werden an den Landgerichten Erfurt (33), Gera (31), Mühlhausen (17) und Meiningen (9) ihren juristischen Vorbereitungsdienst absolvieren. Zusammen mit dem Mai-Jahrgang steigt die Zahl der Neueinstellungen im Jahr 2026 auf insgesamt 147. Im Jahr 2025 waren es 108, 2024 insgesamt 92 und 2023 88. Ab heute nimmt auch eine neue Stelle ihre Arbeit auf: AG-Leiter im Justizprüfungsamt koordiniert nun die Referendarausbildung.
Auch das Interesse am juristischen Vorbereitungsdienst in Thüringen ist deutlich gestiegen. Für den aktuellen Einstellungstermin gingen 129 Bewerbungen ein. Im November 2025 waren es 85, im November 2024 76. Damit hat sich die Zahl der Bewerbungen innerhalb von zwei Jahren um rund 70 Prozent erhöht.
„Wir haben die Rahmenbedingungen für den juristischen Vorbereitungsdienst gezielt attraktiv gestaltet“, so Meißner. „Dazu gehören eine gute finanzielle Ausstattung und flexible Möglichkeiten bei der Ausgestaltung des Ausbildungsverhältnisses.“ Mit der Justizassistenz können die Rechtsreferendare zudem bereits während ihrer Ausbildung praktische Erfahrungen sammeln und eigenständig an der Arbeit von Gerichten und Staatsanwaltschaften mitwirken. „Davon profitieren beide Seiten: Die jungen Juristen gewinnen wertvolle Einblicke, unsere Gerichte und Staatsanwaltschaften zusätzliche Unterstützung“, sagt die Ministerin. „Gerade bei der großen Zahl an neuen Nachwuchsjuristen ist auch entscheidend, dass die älteren im Kollegium ihre Erfahrungen weitergeben. Dafür danken wir ihnen sehr.“
Von den 90 neuen Referendarinnen und Referendaren haben 44 ihre Erste Juristische Prüfung in Thüringen abgelegt. Die übrigen Absolventinnen und Absolventen kommen aus insgesamt acht weiteren Bundesländern. „Das belegt die überregionale Anziehungskraft des Ausbildungsstandorts Thüringen“, betont die Ministerin. „Die heutigen Ernennungen sind nicht nur ein großer Erfolg für die Ausbildung, sondern für die Zukunft des Rechtsstaates in Thüringen.“