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Thüringer Justizvollzug erhält Suizidpräventionspreis

37/2021
Erstellt von Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Suizidprävention im Thüringer Justizvollzug ist heute mit dem Suizidpräventionspreis ausgezeichnet worden. Damit ehrt die Bundesarbeitsgruppe Suizidprävention im Justizvollzug innovative und kreative Projekte im deutschsprachigen Raum.

„Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Kolleginnen und Kollegen im Justizvollzug und freue mich daher sehr, dass ihr Engagement mit diesem Preis auch über Thüringen hinaus anerkannt wurde“, sagte Thüringens Justizminister Dirk Adams. „Durch ihre Erfahrungen aus der Praxis, einen intensiven Austausch und die Einbeziehung wissenschaftlicher Ergebnisse haben die Mitglieder der LAG ein Gesamtpaket geschaffen, mit dem es gelungen ist, die Suizidprävention im Thüringer Justizvollzug effektiv weiterzuentwickeln.“

Die LAG wurde 2017 gegründet. Die von ihr angestoßenen Maßnahmen reichen von sogenannten Zugangspaketen für Neuinhaftierte, über Besuchsregelungen hin zu Informationsmaterial, fremdsprachigen Angeboten und baulichen Anpassungen. Ein besonderes Augenmerk wurde auf umfassende Diagnoseverfahren und eine individualisierte Vollzugsplanung gerichtet, die passgenaue Maßnahmen ermöglichen. Der psychologische Dienst wurde gestärkt und interdisziplinäre Behandlungsteams geschaffen. Alle Maßnahmen werden vom kriminologischen Dienst begleitet. Es gibt spezielle Fortbildungsmodule für die Bediensteten in den JVA.

„Wir sind sehr beeindruckt von den Leistungen hier in Thüringen. Es ist eine vielfältige Struktur entstanden“, sagte Dr. Maja Meischner-Al-Mousawi, Leiterin der Bundesarbeitsgruppe Suizidprävention. „Wir wissen, dass es eine große Anstrengung aller Beteiligten dahintersteckt und dieses besondere Engagement wollen wir mit dem Preis würdigen.“

Die Leiterin der LAG, Christiane Dreißigacker, erklärte: „Wir arbeiten in einem tollen Team zusammen, das sich unermüdlich einsetzt, um Suizide im Vollzug zu verhindern. Wir sagen `Ja´ zum Leben. Nicht nur aus Fürsorgepflicht, sondern weil jedes einzelne schützenswert ist.“ Mit Blick auf die Skulptur – die Bremer Stadtmusikanten – aus Metall, die traditionell in Thüringen, seit einigen Jahren in der JVA Untermaßfeld, gefertigt wird – betonte die Psychologin: „Der Preis ist nach Thüringen zurückgekehrt.“

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