Die Juris-KI-Suite ergänzt die bisherige Schlagwortsuche um die Möglichkeit, konkrete Fachfragen in natürlicher Sprache zu stellen. Die Antworten werden nach dem Prinzip der Retrieval Augmented Generation erstellt: Die KI greift dabei ausschließlich auf Inhalte der Juris-Datenbank zurück und verweist auf die zugrunde liegenden Fundstellen. „Mit der Juris-KI-Suite geben wir den Beschäftigten der Thüringer Justiz ein modernes Werkzeug an die Hand, das dort unterstützt, wo im Arbeitsalltag viel Zeit gebunden wird: bei Recherche, Einordnung und Strukturierung juristischer Informationen“, erklärt Justizministerin Beate Meißner.
Für die Beschäftigten bedeutet das: ein schnellerer Einstieg in komplexe Themen, bessere Orientierung in umfangreichen Rechtsfragen und mehr Unterstützung bei der Strukturierung juristischer Argumente. Meißner betont: „Gerade in Zeiten steigender Anforderungen darf die Justiz nicht hinter der technologischen Entwicklung zurückbleiben. Wir nutzen KI verantwortungsvoll — für bessere Arbeitsbedingungen und eine leistungsfähige Rechtspflege.“
Die Nutzung der Juris-KI-Suite ist freiwillig. Die klassische Juris-Suche bleibt weiterhin verfügbar. Zugleich werden die Beschäftigten der Thüringer Justiz im Umgang mit dem System geschult und für mögliche Risiken sensibilisiert. Dazu gehören insbesondere die sorgfältige Prüfung KI-generierter Ergebnisse, der Schutz personenbezogener und justizinterner Daten sowie das Bewusstsein dafür, dass KI ein Assistenzsystem bleibt. Entscheidungen in Rechtssachen und deren abschließende Begründung bleiben ausschließlich Aufgabe der zuständigen Mitarbeiter in der Justiz.