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Ohne helfende Hände aus Europa bleiben regionale Teller leer: Ministerin Beate Meißner besucht Agrargesellschaft Herbsleben

23/2026
Erstellt von Thüringer Ministerium für Justiz, Migration und Verbraucherschutz

Spargel, Zwiebeln und Kartoffeln aus der Region sind für viele Thüringer ein Stück Lebensqualität. Doch hinter der Verfügbarkeit dieser Lebensmittel steht eine enorme logistische und personelle Herausforderung. Bei einem Vor-Ort-Termin in der Agrargesellschaft Herbsleben AG informierte sich Thüringens Ministerin für Justiz, Migration und Verbraucherschutz, Beate Meißner, über die Situation der Saisonarbeitskräfte und die Zukunft der regionalen Lebensmittelversorgung.

Ministerin Meißner und Mirjam Kruppa mit den Vorständen der Agrargesellschaft Herbsleben vor den Spargelfeldern

Spargel, Zwiebeln und Kartoffeln aus der Region sind für viele Thüringer ein Stück Lebensqualität. Doch hinter der Verfügbarkeit dieser Lebensmittel steht eine enorme logistische und personelle Herausforderung. Bei einem Vor-Ort-Termin in der Agrargesellschaft Herbsleben AG informierte sich Thüringens Ministerin für Justiz, Migration und Verbraucherschutz, Beate Meißner, über die Situation der Saisonarbeitskräfte und die Zukunft der regionalen Lebensmittelversorgung.

Die Agrargesellschaft Herbsleben ist nicht nur Thüringens größter Freilandproduzent, sondern setzt durch ihre junge Führung und eine starke Direktvermarktung auf eine enge Bindung zum Verbraucher. Diese Nähe zum Kunden bedingt jedoch einen hohen Arbeitskräftebedarf, der derzeit fast ausschließlich durch rund 100 Saisonkräfte aus Polen und Rumänien gedeckt wird.

Die Vorstände Arvid Schmidt-Heck und Franz Röth fand während des Austauschs deutliche Worte für die aktuelle Lage: „Unsere Lebensmittelversorgung ist auf die ausländischen Kräfte angewiesen. Ohne diese würde es vermutlich gar keine deutsche, regionale Lebensmittelversorgung geben.“ Diese Abhängigkeit wird durch einen rückläufigen Trend bei den Arbeitskräften aus der EU verschärft – insbesondere aus Polen, wo die wachsende wirtschaftliche Stabilität im eigenen Land die Motivation zur Saisonarbeit in Deutschland sinken lässt.

Um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, geht die Agrargesellschaft Herbsleben neue Wege. Als echtes Alleinstellungsmerkmal hat der Betrieb ein massives Wohnhaus mit neun modernen Wohneinheiten für Paare und Einzelpersonen errichtet. „Dass hier bewusst auf Containerlösungen verzichtet wurde, ist ein starkes Signal der Wertschätzung“, betonte Ministerin Meißner während der Besichtigung. „Wer möchte, dass Menschen über Jahrzehnte – teils seit 35 Jahren – immer wiederkehren, muss ihnen eine Heimat auf Zeit bieten, die diesen Namen auch verdient.“

Diskutiert wurden auch alternative Lösungsansätze, wie die Ausbildung von Arbeitskräften aus Drittstaaten wie Vietnam. Hier berichteten die Vorstände jedoch von massiven bürokratischen Hürden und hohen Investitionskosten, was ein enormes wirtschaftliches Risiko darstellt. Einigkeit herrschte darüber, dass auch das Potenzial geflüchteter Menschen stärker genutzt werden kann.

„Der Besuch in Herbsleben macht eines unmissverständlich klar: Eine funktionierende Gesellschaft brauchen eine gesicherte Versorgung. Saisonarbeitskräfte sind systemrelevant für unsere Landwirtschaft. Wenn wir bürokratische Hürden nicht abbauen und die Mobilität innerhalb Europas sowie die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt nicht fördern, gefährden wir langfristig die Verfügbarkeit regionaler Produkte auf unseren Tischen“, so Meißner abschließend.

Hintergrund:

Die Agrargesellschaft Herbsleben AG bewirtschaftet bedeutende Flächen im Thüringer Becken. Durch die Kombination aus traditionellem Anbau (u.a. der bekannte Herbslebener Spargel) und moderner Vermarktung zählt der Betrieb zu den Vorzeigeunternehmen der thüringischen Landwirtschaft.

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