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Spielendes Lernen und mehr Gemüse für Kita-Kinder - Zwischenbilanz zum Ernährungsprojekt

36/2021
Erstellt von Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz

Zehn Modell-Kindertagesstätten nehmen aktuell am Projekt "Ernährungsbildung für Thüringer Kindertagesstätten" teil, das die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) – Sektion Thüringen seit 2019 umsetzt.

Während der Corona Pandemie haben sich die Kitas und die DGE vor allem digital und telefonisch ausgetauscht. Die DGE hat ernährungsbildende Spiele entwickelt und mit den Kitas gemeinsam getestet. Außerdem wurde die Verpflegung in den Kindertagesstätten gesundheitsförderlicher. Unterstützt wird das Projekt vom Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz (TMMJV) und von der Techniker Krankenkasse (TK).

"Natürlich war es während der Einschränkungen, die Corona nötig gemacht hat, schwierig für uns, auch noch an einem weiteren Gesundheitsthema zu arbeiten. Aber die Arbeit und das Lernen zum Beispiel in einer gemeinsamen Videokonferenz, in der wir uns zur Ernährungsbildung ausgetauscht haben, haben sich für uns gelohnt", sagt Vanessa Gerlach, Leiterin der am Projekt teilnehmenden Kita "Ida's Wald- und Wiesenkinder" in Nordhausen. "Die Kinder haben großen Spaß beim Spielen mit den Bildungsmaterialien und sind stolz darauf, was sie alles über Lebensmittel und gesunde Ernährung wissen. Außerdem haben wir gemeinsam mit der DGE und unserem Caterer besprochen, wie wir unsere gesamte Verpflegung, also Frühstück, Mittagessen und Vesper, verbessern können."

Kita-Ansprache, wo es besonders gebraucht wird

Nordhausen gehört zu den Landkreisen, die bei den Einschulungsuntersuchungen 2017/ 2018 durch einen hohen Anteil übergewichtiger bzw. adipöser Kinder auffielen. Auch Sonneberg, das Eichsfeld, Sömmerda und Hildburghausen gehören dazu. Deswegen wurden bevorzugt Kitas aus diesen Landkreisen für das Projekt angesprochen und ausgewählt. Sieben der zehn Kitas, die aktuell am Projekt teilnehmen, befinden sich in den genannten Landkreisen.

"Es ist uns wichtig, dass die Präventionsprojekte gerade dort ankommen, wo sie besonders gebraucht werden. Das ist unsere soziale Verantwortung. Dafür möchten wir im aktuellen Projektjahr noch mehr Kitas gewinnen", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Ernährungsbedingten Krankheiten kann vor allem dann vorgebeugt werden, wenn eine gesunde Lebensweise früh als ganz normal in den Alltag einfließt und die Kita ist ein entscheidender Teil des Alltages."

Ziel: mehr Gemüse und weniger Fleisch zum Mittag

Die Speisepläne der Kitas, insbesondere das Mittagessen, werden in Zusammenarbeit mit der Vernetzungsstelle Kita-Verpflegung Thüringen regelmäßig anhand der DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas ausgewertet. Die Ergebnisse und praktische Handlungsempfehlungen bespricht die DGE mit den Kitas und Essensanbietern.

Im Frühjahr 2021 zeigte die Auswertung bereits mehr Gemüse und weniger Fleischgerichte auf den Speiseplänen als im Vorjahr. Das ist laut DGE eine positive Tendenz, die geforderten Standards sind allerdings noch nicht erreicht.

"Es war ein entscheidender Schritt, dass die Verbesserung der Kita-Verpflegung in Thüringen gesetzlich verankert wurde", sagt Verbraucherschutzminister Dirk Adams. Seit 2019 muss die warme Mittagsmahlzeit in den Einrichtungen den aktuellen ernährungswissenschaftlichen Qualitätsstandards, etwa der DGE, für eine ausgewogene, altersgemäße, vollwertige und gesundheitsfördernde Mittagsmahlzeit entsprechen.

„Rund zwölf Prozent der Mädchen und Jungen, die in den vergangenen Jahren in die Schule kamen, waren übergewichtig. Daher besteht weiter dringender Bedarf, Kinder frühzeitig an eine gesunde Ernährungsweise heranzuführen“, so der Minister.

Handlungsbedarf besteht ebenfalls beim Angebot von Vollkornprodukten.

"Deswegen helfen wir den Essensanbietern und den Kitas neben den Analysen auch ganz praktisch mit Ideen, wie sie zum Beispiel Vollkornvarianten in Form von Nudeln, Reis und Brot so anbieten, dass es den Kindern schmeckt oder sie Lust zum Probieren haben", sagt Prof. Dr. Stefan Lorkowski, Leiter der DGE – Sektion Thüringen. "Außerdem lohnt sich etwas Geduld. Manche Kinder müssen neue Speisen oder Zubereitungsarten bis zu zehn Mal und mehr angeboten bekommen, bis sie offener dafür werden oder sogar davon kosten."

Eltern können von ihren Kindern lernen

Ein weiterer wichtiger Projektbestandteil sind neu erarbeitete, ernährungsbildende Spiele sowie Lern- und Informationsmaterialien, die auf die ermittelten Bedarfe der Kitas reagieren. Damit Kinder spielerisch lernen können, wie Lebensmittel entstehen und welchen Ursprung sie haben, wurden unter anderem Wimmelbilder zum Suchen und Ausmalen und ein Holzlabyrinth entwickelt.

"Eltern sprechen uns hin und wieder darauf an, dass ihre Kinder vom Gelernten erzählen und selbst mehr mitbestimmen möchten, was zuhause auf den Tisch kommt", sagt Gerlach. Dieser Effekt ist gewünscht und wird durch Elterninformationen zum Projekt und zur Ernährungsbildung verstärkt.

Die Pädagoginnen und Pädagogen schilderten zudem, dass mitgebrachte Brotdosen häufig mit stark zucker- oder fetthaltigen Fertiglebensmitteln gefüllt seien. Deshalb gibt es jetzt eine Bastelmappe, mit deren Hilfe die Pädagoginnen und Pädagogen den Kindern spielerisch vermitteln können, aus welchen Lebensmittelgruppen ein vollwertiges Frühstück zusammengestellt werden kann. Die Kinder können sich nach ihren eigenen Vorlieben aus einer Vielfalt gesundheitsfördernder Lebensmittel ihre Brotdose füllen und mit nach Hause nehmen. Die personalisierte Bastelmappe enthält zusätzlich Informationen und praktische Beispiele für die Eltern.

Kontakt für Fragen an die DGE – Sektion Thüringen:

Projektleiterin Irina Platz, 03641/949743, irina.platz@dge-th.de

Hinweis an die Redaktion

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